Sterilisation

Unter Sterilisation versteht man das Abtöten aller Mikroorganismen inklusive der Bakteriensporen.

Das Ziel der Sterilisation ist das Erreichen der absoluten Keimfreiheit.

Ein Gegenstand wird dann als steril bezeichnet, wenn die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass ein lebender Keim am Objekt vorhanden ist, kleiner als 1 : 10000000.

Anders ausgedrückt, darf pro 1 Million sterilisierter Gegenstände nur auf einem einzigen noch ein lebender Mikroorganismus zu finden sein.

Alle Instrumente und Gegenstände, die in sterile Körperregionen vordringen oder mit Wunden in Berührung kommen, müssen steril sein.

Dampfsterilisation

Die Dampfsterilisation ist das sicherste Sterilisationsverfahren und allen anderen Verfahren vorzuziehen. Die Wirkung beruht auf feuchter Hitze. Diese führt zur Zerstörung der Mikroorganismen, indem das Eiweiß der Zelle zerstört wird (gerinnt).

1.Funktionsweise:

Die Funktionsweise eines Dampfsterilisators lässt sich mit der eines Druckkochtopfes (Papin´scher Topf) vergleichen.

Wasser wird in einem verschlossenen Innenraum erhitzt und zum Sieden gebracht, bis er mit gesättigtem Dampf gefüllt ist.

Unter normalen Atmosphärendruck kann Wasserdampf nie heißer werden als 100 °C, da er entweicht. Im Druckkochtopf kann der Dampf jedoch nicht entweichen und er erreicht eine höhere Temperatur. Gleichzeitig steigt der Druck im Kessel und es entsteht der sog. gespannter Dampf.

Der auf diese Weise erzeugte gesättigte und gespannte Wasserdampf besitzt einen hohen Wärmeinhalt, der durch Kondensation auf dem kühleren Sterilgut auf dieses übergeht und die vorhanden Mikroorganismen zerstört.

Damit überall im Sterilisator und im Sterilisiergut Dampf sein kann, muss die Luft zuerst entfernt werden, denn wo Luft ist, kann kein Dampf sein, und umgekehrt.
Um die Luft aus dem Sterilisator zu entfernen, wird die Luft mit der Vakuumpumpe abgesaugt, im Sterilisator herrscht dann Unterdruck (Vakuum), also ein geringer Druck als der normale Luftdruck. Dadurch kann der Dampf überall eindringen. Um möglichst die gesamte Luft aus der Kammer und aus dem Sterilisiergut zu entfernen, wird der Vorgang des Absaugens bei modernen Dampfsterilisatoren mehrmals wiederholt, bis die ganze Kammer mit gesättigtem Wasserdampf gefüllt ist. Alle neuen MELAG Dampfsterilisator arbeiten mit einem fraktionierten Vorvakuum und haben ein Nachvakuum zur besseren Trocknung des Sterilgutes.

2.Verfahren:

Die Betriebszeit des Dampfsterilisators setzt sich zusammen aus:

Entlüftungsphase

Um möglichst sämtliche Luft aus der Sterilisierkammer und dem Sterilisiergut zu entfernen, wird die Kammer mehrmals evakuiert mit darauffolgendem Einströmen des Dampfes = fraktioniertes Vakuumverfahren. Bleiben Luftinsel zurück, ist die Sterilisation nich gewährleistet.

Sterilisierphase

Die Sterilisierzeit teilt sich auf in Abtötungszeit und Sicherheitszuschlag.

Abtötungszeit: Zeitspanne, in der bei der jeweiligen Sterilisiertemperatur alle Keime abgetötet werden.

Sicherheitszuschlag: Zeit zum Ausgleich einer erhöhten Resistenz der abzutötenden Keime und auftretender Schwankungen in der Ausgleichszeit.

Info Ausgleichszeit ist die Zeit die benötigt wird vom Erreichen der Sterilisationstemperatur in der Kammer bis zum Erreichen der Temperatur im Sterilisiergut.

Trocknungsphase

Die Trocknung nach erfolgter Sterilisation stellt ebenfalls einen wichtigen Verfahrenschritt dar. Der Feuchtigkeitsgehalt des Sterilisiergutes darf bestimmte Toleranzgrenzen nicht übersteigen.

Die Trocknung erfolgt wiederum durch Evakuierung der Kammer, gleichzeitig kommt es zum Abkühlen des Sterilgutes und im Anschluss daran zum Druckausgleich.

3.Programmauswahl bei Dampfsterilisatoren:

Für die Dampfsterilisation haben sich zwei Programme durchgesetzt:

  • Temperatur 121 °C/Sterilisierzeit 15 Minuten (Druck 2.1 bar – Absolutdruck)
  • Temperatur 134 °C/Sterilisierzeit 3 Minuten (Druck 3.04bar – Absolutdruck)

Bei den meisten Sterilisatoren sind die Sterilisierzeiten verlängert, um die Sicherheit des Verfahrens zu erhöhen (121 °C/20 min, 134 °C/5 min).

In den meisten Länder hat sich ein spezielles Programm zur Destabilisierung von Prionen (Creutzfeld-Jakob-Krankheit) etabliert: 134°C/Sterilisierzeit 18 Minuten

Zusätzlich besitzen die Sterilisatoren noch folgende Testprogramme:

Vakuumtestprogramm: Vakuum ist die Bezeichnung für absolut luftleeren Raum.

Der Vakuumtest wird durchgeführt um zu überprüfen, ob der Sterilisator dicht ist.

Mit der Vakuumpumpe wird die Luft bis zu einem gewissen Wert abgesaugt. Dann wird überprüft, ob dieser niedrige Druck gehalten werden kann, denn wäre irgendwo ein Leck, würde Luft von außen einströmen und der Luftdruck würde wieder ansteigen. Da Luft ja den Sterilisiervorgang verhindert, wurde die maximale Leckage normativ auf 1.33mbar/pro Minute festgelegt.

Der Vakuumtest sollte mindestens einmal wöchentlich durchgeführt werden!

Bowie Dick Testprogramm: Der Bowie-Dick-Test ist ein Luftentfernungs- und Dampfdurchdringungstest.(Manchmal wird er deswegen auch „Entlüftungstest“ genannt). Dieser Test kontrolliert, ob die gesamte Luft abgesaugt wurde und der Dampf überall eindringen konnte. Ist der Test in Ordnung, kann der Sterilisator für die Tagesproduktion freigegeben werden.

INFO: alle neuen MELAG Sterilisatoren sind schon zukunftsweisend mit diesen Testprogrammen ausgestattet!

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